| Eine Wahl hat man immer! |
Seit einigen Tagen sind wieder mal Wahlen an unserer Universität. Diesmal zum Konzil. Viele werden die Briefwahlunterlagen, die allen Studierenden der Universität Hamburg in diesen Tagen ins Haus flattern, in der Hand halten und sich fragen: Was ist das Konzil und wozu soll ich da wählen?
Das Konzil ist neben dem Akademischen Senat das zentrale Gremium an dieser Universität. Dort werden die/der PräsidentIn, die Vize-PräsidentInnen und die Mitglieder des Akademischen Senats gewählt.
Vor allem anderen aber sollen dort die wesentlichen Strukturentscheidungen über die Zukunft unserer Universität erörtert werden. Leider geschieht letzteres immer weniger und das Konzil verkommt zu einem reinen Wahlgremium.
Das Konzil hat 61 Mitglieder, nur 10 davon werden aus der "Gruppe der Studierenden" besetzt! Die Zusammensetzung des Konzils macht damit eindrucksvoll deutlich, wie viel Studierende an unserer Universität zu sagen haben, nämlich fast gar nichts.
Wir, die gemeinsame Liste aus LSD und USPD und anderen
Aktiven, wollen in das Konzil gewählt werden, um für die Demokratisierung
der Hochschule zu streiten und für die Interessen und Rechte der Studierenden
gegen die Allmacht der ProfessorInnen und der Verwaltung zu kämpfen.
Hochschulpolitik
Auch rot-grüne Hochschulpolitik steht bisher ausschließlich
unter dem Einfluß der Wirtschaft. Effizienz und Kostenersparnis statt
kritischer Wissenschaft und Freiheit der Lehre und Forschung heißt
die Parole. Private Hochschulen für Leute mit Geld, wie das „International
Center for Graduate Studies" (bis zu DM 1.300 monatlich "Gebühren")
und die „Private Law School" schießen wie Pilze aus dem Boden, seit
die Hamburger Wissenschaftsbehörde in Händen der Grünen
ist. Wir fordern, Schluß damit!
Sozialpolitik - gleiche Chancen für alleHochschulen müssen selbstbestimmtes Lernen und Leben, kritische und umfassende Bildung UND Ausbildung für eine qualifizierte Berufstätigkeit ermöglichen. Die Einführung billiger, verschulter Kurzstudiengänge mit Abschluß für die Massen und längerer „Master"studiengänge für die sog. „Elite" mit Geld lehnen wir ab.
Bildung ist eine gesellschaftliche Aufgabe und keine Ware: Zugang zu Bildung darf nicht von den finanziellen Möglichkeiten der/des einzelnen abhängig gemacht werden. Die Grünen und die SPD haben seit der Wahl viele ihrer Forderungen „vergessen". Helfen wir ihnen, sich z.B. an ihr Versprechen zu "erinnern", ein bundesweites Verbot von Studiengebühren im Hochschulrahmengesetz zu verankern.
Das Hamburgische Hochschulgesetz soll noch in diesem Jahr novelliert werden. Von der Streichung der durch die SPD eingeführten Zwangsberatung mit Androhung der Zwangsexmatrikulation ist jedoch - obwohl GAL-Wissenschaftssenatorin Krista Sager mit dieser Forderung ausdrücklich Wahlkampf bei den Studierenden gemacht hatte - keine Rede mehr! Wir werden uns für die Abschaffung von Zwangsberatungen und Zwangsexmatrikulationen einsetzen.
Gleichstellungspolitik - gleiche
Rechte für alle
Niemand darf aufgrund seines Geschlechts, seiner sexuellen
Orientierung, seiner Herkunft, seiner Staatsangehörigkeit oder weil
er/sie wegen einer sog. „Behinderung" nicht dem „Normmenschen" entspricht,
diskriminiert werden. Die LSD arbeitet beispielsweise für die Abschaffung
der sog. Bevorrechtigungsregelung, die es ausländischen Studierenden
fast unmöglich macht, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen und für
die Forderung nach einem Rechtsanspruch auf behindertengerechte Einrichtung
der Hochschulen.
Wir wollen Dinge verändern und uns aktiv in die Entscheidungsprozesse
an dieser Universität einmischen. Und das geht nicht, indem man zu
allem mit dem Kopf nickt und sagt, man habe sowieso keine Wahl. Eine Wahl
hat man immer! Oben oder Unten, Links oder Rechts. Also, wähl auch
Du!
KandidatInnen der LSD/USPD
Liste B