Wer ist denn schon für Studiengebühren?
Oder: Gut, dass wir verglichen haben!

An dieser Uni behaupten alle Hochschulgruppen von sich selbst, sie seien gegen die Einführung von Studiengebühren. Eine Liste, die für Studiengebühren wäre, hätte vermutlich auch schlechte Chancen bei der Wahl zum Studierendenparlament.

Aber da nur dumme Kinder alles glauben, was ihnen erzählt wird, schauen wir uns ein paar Listen und ihre angebliche Abneigung gegen Studiengebühren mal etwas genauer an. Und zwar solche Listen, die einer Partei gehören. Die Realos und die juso-hochschulgruppe bekommen ihr Geld von der SPD, die Grüne Hochschulgruppe (GHG) von den Grünen, die LUST von der FDP und der RCDS wird von der CDU bezahlt.

Und was sagen die jeweiligen Geldgeber zu Studiengebühren? Die SPD und die Grünen haben bei der letzten Bundestagswahl versprochen, ein Verbot von Studiengebühren im Hochschulrahmengesetz (HSG) festzuschreiben. Als die Wahl dann vorbei und die rot-grüne Bundesregierung im Amt war, hat man sich an dieses Versprechen komischwerweise plötzlich nicht mehr erinnert. Mittlerweile gibt es bei SPD und Grünen Meinungen, die Studiengebühren grundsätzlich nicht mehr falsch finden. Fast einig ist man sich schon darin, dass ein Zweitstudium Geld kosten soll. Und dass ein Erststudium nach dem 12 Hochschulsemester (nicht  Fachsemester) gebührenfrei bleibt, verspricht bei SPD und Grünen schon lange niemand mehr.

Bei FDP und CDU ist die Lage sehr übersichtlich: Beide Parteien sind für Studiengebühren. In Brandenburg hat die SPD/CDU-Regierung gerade eine sog. „Einschreibegebühr“ von 100 DM pro Semester eingeführt. Studiengebühren seien das natürlich nicht, sagt die SPD in Brandenburg.

So ist das mit den Geldgebern der Partei-Listen an dieser Uni und deren Meinung zu Studiengebühren. Die Partei-Listen haben natürlich mit der Politik ihrer Geldgeber nichts zu tun. Die Listen sind alle ganz entschieden gegen die Einführung von Studiengebühren. Sagen und schreiben sie immer wieder.

Übrigens: Wir sind auch gegen Studiengebühren. Und wir gehören keiner Partei.


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Stand: 18.01.2001