„Tui Hoo hatte keinen Respekt vor Denkmälern. Nicht etwa, weil sie feist waren und rotlackierte Fingernägel hatten – nein, Tui Hoo war kein Spießbürger, der sich über seinen Nachbarn aufregte, weil er einen komischen Hut trug. Er verkehrte häufig mit Damen, die Zigarren rauchten und heiser waren wie Gießkannen, oder mit Männern, die Ohrringe trugen und deren Hosenbeine weit waren wie Frauenkleider. Nein, kleinlich war Tui Hoo nicht.“
Wolfgang Borchert, „Tui Hoo“.
Frischer Wind ...
Das vernünftige Mißtrauen, das gegenüber einer bestimmten Politik, falschen und leeren Versprechungen sowie gegenüber den Banken bzw. dem Casinokapitalismus wächst, sollte auch auf die entsprechende Hochschulpolitik und die Personen, die sie zu verantworten haben, übertragen werden.
Alle politischen Deformen, die nach neoliberaler Doktrin an den Hochschulen verübt worden sind (Studiengebühren, gestufte Abschlüsse, Reduzierung der Mitbestimmungsstrukturen), haben sich als schädlich für die Wissenschaftsentwicklung respektive für die Lernenden und Lehrenden sowie für die Wirkung der Wissenschaften auf die Gesellschaft erwiesen.
Eine Neuschaffung von menschenwürdigen Bedingungen in Studium, Lehre, Forschung und Selbstverwaltung/Interessenvertretung ist deshalb eindeutig erforderlich. Die Beseitigung der Studiengebühren sowie des Bachelor-/Master-Terrors gehört dazu. (Ein lascher AStA ist ebenso unerträglich.)
Die Wissenschaften sind den Erfordernissen eines vernünftigen Lebens anzunähern. Kritisches Denken und Handeln sind dafür unerläßlich.
Ein solches Verständnis war konstitutiv für die Gründung der Liste LINKS 1993. Durch Solidarität ist eine bessere Welt.
Wir arbeiten zusammen mit anderen fortschrittlichen Gruppierungen in den Gremien der studentischen Interessenvertretung, in der Akademischen Selbstverwaltung und in außerparlamentarischen Bewegungen: in Fachschaftsräten, in der Fachschaftsrätekonferenz, im Studierendenparlament, in den Ausschüssen des Akademischen Senats, in Fakultätsräten, in der Friedensbewegung, in Bündnissen gegen Neofaschismus, in Aktivitäten gegen Sozialabbau. Wir sind bundesweit als Gründungsmitglied im Hochschulgruppenverband Die Linke.SDS organisiert.
Dieses Engagement begreifen wir als alltägliche und sehr menschliche Angelegenheit. Allseitige Emanzipation sei erstes Bedürfnis. Dem sollte sich niemand auf Dauer entziehen.
„Wer seine Lage erkannt hat, wie soll der aufzuhalten sein?“
Bertolt Brecht, „Lob der Dialektik“, 1934.