Das aktuelle Flugblatt

An dieser Stelle wird das Flugblatt publiziert, das gerade an der Universität Hamburg auf den Mensatischen verteilt wird. Im Archiv finden sich alle vorhergehenden Flugblätter.

Zum letzten Flugblatt: Egoismus? Reflexionen über eine Schwäche.

Zur Semesteranfangszeitung für das Wintersemester 2018/2019.

Das aktuelle gemeinsame Flugblatt im Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!):
Bildung. Wirklich..

Vermenschlichung!
Eine drängende Möglichkeit

„Trägt US-Präsident Trump eine Mitschuld daran, dass jemand in den USA Paketbomben an seine Kritiker schickt? Die einschlägige Forschung spricht dafür. Der Terror war abzusehen.
›Es ist genau diese ungeheuerliche Verbindung von Mord und Moral, von Verbrechen und Anständigkeit, die den Kern der Täter-Mentalität trifft.‹
Der Historiker Konrad Kwiet in der ›Enzyklopädie des Nationalsozialismus‹
Die wenigsten Menschen, die anderen schlimme Dinge antun, betrachten sich selbst als böse. Im Gegenteil: Die Selbstwahrnehmung vieler Täter, von Psychopathen, Berufskillern und gewalttätigen Satanisten vielleicht abgesehen, ist eine völlig andere: Sie tun, was getan werden muss. Sie bekämpfen einen Feind, der - ihrer Wahrnehmung zufolge - eine schlimme Bedrohung darstellt.“

Christian Stöcker, „Trump und die Rohrbomben/Die Politik der Entmenschlichung“, „SPIEGELONLINE“, 28.10.’18.

 

„Erschreckend war in den beiden vergangenen Wochen auch die Erkenntnis, wie schwer sich manche Chefs westlicher Konzerne damit taten, auf Distanz zu dem schwerreichen saudischen Fürsten zu gehen. Vor allem der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser wehrte sich lange mit Händen und Füßen dagegen, eine Reise zu einer Investorenkonferenz in Riad abzusagen. Wie sich später herausstellte, lockten ihn die Öl-Dollars des Scheichs und ein Rekordauftrag für sein Unternehmen in die Wüste.“

Johannes Pennekamp, „Der Sonntagsökonom: Gewinn um jeden Preis“, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ („FAS“), 28.10. ́18, S. 22.

 

„Schlechte Gewohnheiten
Gehen nach Orten, die durch Gehen nicht erreicht werden können, muß man sich abgewöhnen. Reden über Angelegenheiten, die durch Reden nicht entschieden werden können, muß man sich abgewöhnen. Denken über Probleme, die durch Denken nicht gelöst werden können, muß man sich abgewöhnen, sagte Me-ti.“

Bertolt Brecht, „Me-Ti * Buch der Wendungen“, entstanden im Exil der 1930er Jahre.

Ja, in der Tat: „Schlechte Gewohnheiten“ sind als solche zuerkennen, abzugewöhnen und durch bessere Ansichten, Einsichten, Aussichten und Konsequenzen zu ersetzen. Leben in Bewegung. Ein Aufbruch bietet sich an.

1) Die Wahrheit sehen: Es ist offenkundig, wie sehr die großen Geschäfte praktisch skrupellos machen und von jeglicher Ethik (Menschenrechte, Menschenwürde) befreit sind. Hier waltet eine spezielle Logik.

2) Die Wahrheit nicht verschweigen: Jedes Hinwegsehen, jegliche Beschönigung, Billigung, gar Rechtfertigung des Unrechts, der Unmenschlichkeit oder die Akzeptanz der Unterlassung von Besserung des Leids und Elends trägt zur Fortsetzung des schmerzhaft Ungenügenden bei.

3) Die Wahrheit verwirklichen: Die Veränderung beginnt mit einer anderen Haltung.

Alle – so gut wie Alle – haben die Möglichkeit und die praktische (gemeinsame) Verantwortung, die sozialen, politischen und kulturellen Verhältnisse des menschlichen Lebens in kritischer Erkenntnis, im gemeinsamen Handeln bzw. in der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, human zu gestalten – aufgeklärt, friedlich, gerecht, kultiviert und erfreulich.

4) Die Wahrheit: Eine andere Welt ist möglich und nötig. Erfahrungen, Erkenntnisse, Mittel und Reichtümer sind dafür vorhanden. Sie müssen befreit und genutzt werden. Dafür lohnt sich jedes Engagement. Auf allen Gebieten, zu jeder Zeit und mit den verschiedensten Akzenten des positiven und begründeten Handelns. Das gilt nicht zuletzt für die Wissenschaften/die Hochschulen bzw. für den Bildungsbereich. Damit auch für die Verfaßte Studierendenschaft (AStA, Studierendenparlament, Fachschaftsräte) sowie die Akademische Selbstverwaltung (Akademischer Senat, Fakultätsräte, Fachbereichsräte) – aber auch für den Alltag, das Denken, Reden und das (neue) Verhalten. Sich aufrichten hebt den Blick und das Wohlbefinden.

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