Das aktuelle Flugblatt

An dieser Stelle wird das Flugblatt publiziert, das gerade an der Universität Hamburg auf den Mensatischen verteilt wird. Im Archiv finden sich alle vorhergehenden Flugblätter.

Zum letzten Flugblatt: Aufklärung bleibt hilfreich. Persönlichkeit zu jeder Stunde.

Zur Semesteranfangszeitung für das Wintersemester 2018/2019.

Das aktuelle gemeinsame Flugblatt im Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!):
Humanistische Rationalität als eingreifende Aktivität.

Wie rechts darf es sein?
Eine rationale Bewertung

„SPIEGEL: Sie meinen, die CDU muss zurück nach rechts rutschen?
Gauck: Die CDU muss für diesen Typus des Konservativen [„einer CDU/CSU von Dregger und Strauß“] wieder Heimat werden. Deswegen werbe ich im Buch auch für eine erweiterte Toleranz in Richtung rechts. Wir müssen zwischen rechts – im Sinne von konservativ – und rechtsextremistisch oder rechtsradikal unterscheiden.“

Ex-Bundespräsident Joachim Gauck im „SPIEGEL-Gespräch“, „SPIEGEL“ Nr. 25 / 15.6.2019, S.32-38, Hier S. 35.

 

„Denn Maaßen – der Mitglied der 2017 als Verein gegründeten rechtskonservativen Vereinigung [„Werte-Union“] ist – wollte Koalitionen zwischen Union und AfD nur für den Moment ausschließen: »Ich glaube, in der jetzigen Situation werden wir es auch ausschließen, dass es zu einer derartigen Situation kommt, aber man weiß nie.« Ziel sei es, dass die CDU bei den Landtagswahlen in Sachsen, Brandenburg und Thüringen die stärkste Partei werde, sagte Maaßen, der wohl weiß, dass es nicht ausgeschlossen ist, dass die AfD bei den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen die meisten Stimmen bekommt.“

Heike Schmoll, „Maaßens Gretchenfrage/Soll die Union jemals mit der AfD koalieren?“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ („FAZ“), 17.6.’19, S. 4.

 

„Sie nennen’s Streit fürs Vaterland, / In welche sie dich treiben.
O Volk, wie lange wirst du blind / Beim Spiel der Gaukler bleiben?
Sie selber sind das Vaterland, / Und wollen gern bekleiben.“ (bekleiben = Festsitzen, fortdauern)

Gottfried August Bürger, „Für wen, du gutes deutsches Volk...“, 1793.

Joachim Gauck vertritt im „SPIEGEL-Gespräch“ (s.o.) die Ansicht, die CDU müsse für einen bestimmten Typus des Konservativen wieder eine Heimat werden. Das gelte für Menschen, für die Sicherheit und gesellschaftliche Konformität wichtiger seien als Freiheit, Offenheit und Pluralität.

Bekämpft man sehr konservative, unaufgeklärte, schädliche Mentalitäten mit rechter Toleranz? Führt diese vermeintliche Toleranz, die ja eigentlich und insgesamt sehr intolerant ist, zur Eindämmung des Falschen oder eher gar zur Bestätigung in Regierungskoalitionen? Ist da nicht etwa aus der Geschichte – beispielsweise aus der Duldung und Unterstützung von Adolf Hitler – zu lernen? Auch klassische Liberale sind dazu eindeutig in der Lage!

Regierungskoalitionen von der CDU mit der AfD sind allerdings (noch?) in der CDU umstritten, wie manche Äußerungen aus diesem politischen Lager oder auch die Wahl des Görlitzer Bürgermeisters zeigen.

Dennoch sind die besten Auffassungen respektive solidarische Aktivitäten gegen harte Ordnung, enges Dasein, Nationalismus, die Verharmlosung oder gar Befürwortung der braunen Nazi-Vergangenheit (1933-1945), gegen Diktatur und Krieg realisiert durch engagierte Menschen auf allen gesellschaftlichen Ebenen, die für ein besseres Leben denken, handeln und einstehen. – Für Frieden, Abrüstung, wirksame Diplomatie, internationale Solidarität, das Bewußtsein und die Verwirklichung des Grundgesetzes, die Rekonstruktion von Sozialstaat, die Schaffung von humanen Lebens-, Arbeits- und Kulturbedingungen sowie für ein freundliches und faires Miteinander, das unmittelbar gut und richtig ist sowie von steigendem allgemeinem Nutzen.

Wenn „gesellschaftliche Konformität“ geordert wird, sind Aufmerksamkeit, Kritik, kooperatives Handeln und auch Satire gefordert. So kommen auch Heiterkeit und Lebensfreude wieder vermehrt in den verordneten Alltag. Jeder Beginn weitet die Möglichkeiten. Souveräne Menschen sind Tatsachen.

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Jakobinersperling