Das aktuelle Flugblatt

An dieser Stelle wird das Flugblatt publiziert, das gerade an der Universität Hamburg auf den Mensatischen verteilt wird. Im Archiv finden sich alle vorhergehenden Flugblätter.

Zum letzten Flugblatt: Was nun? „Jamaika“ steht vor der Tür.

Zur Semesteranfangszeitung für das Sommersemester 2017.

Das aktuelle gemeinsame Flugblatt im Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!):
Kritik, Engagement und Veränderung.

„Untermenschen“???
Zur grob schädlichen Funktion von Vorurteilen

„Eine entscheidende Frage dieser Tage ist, gerade nach dem Wahlerfolg der AfD, wie der Rassismus in die Gesellschaft kommt. Oder genauer, wie die Gesellschaft Rassismus schafft, duldet oder fördert. (...) Es ist eine mittlerweile schon eingeübte Routine: Bei islamistisch motivierten Morden oder Mordversuchen, wie auch immer genau sich diese islamistische Verbindung herstellen lässt, sucht man nach einer Verschwörung; bei rechtsextrem motivierten Morden, selbst wenn die Verbindung klar ist, sucht man nach Verständnis. (...) Es scheint, dass es leichter ist, den Feind außen zu sehen als den Feind innen, in der eigenen Gesellschaft, in der eigenen Realität, aus der Mitte heraus und angetrieben von einem Ressentiment, das eben nicht nur eng umgrenzt den Täter betrifft.“

Georg Diez, „Gewaltdebatte – Wir müssen über Rassismus reden“, „SPIEGELONLINE“, 8.10.'17.

 

„Ausländer, Fremde, sind es meist,
Die unter uns gesät den Geist
Der Rebellion. Dergleichen Sünder,
Gottlob! Sind selten Landeskinder.“

Heinrich Heine, „Erinnerung aus Krähwinkels Schreckenstagen“, 1853.

Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel hat nach der Bundestagswahl mit dem Satz brilliert, sie wisse nicht, was sie anders machen solle, danach die SPD für „nicht regierungsfähig“ erklärt, folgend sich mit dem CSU-Seehofer de facto auf eine „Obergrenze“ bei den Flüchtlingen geeinigt und strebt nun eine Regierungskoalition mit der FDP und den Grünen an. Das wird nicht leicht, wird lange dauern, aber doch wahrscheinlich „gelingen“.

Es ist bekannt und nachgewiesen: Die größten Fluchtursachen, die wesentlich und „westlich“ genährt und nicht bekämpft werden, sind Krieg (inkl. Waffenexporten), politische Repressionen, Umweltkatastrophen und soziales Elend, d.h. das globale soziale Gefälle von Nord nach Süd.

Gleichfalls ist die gesellschaftliche Lage in den neoliberal geprägten Industrieländern sozial und kulturell sehr angespannt: Prekäre Arbeitsverhältnisse, streßhaft verdichtete Arbeitsbedingungen, hohe Lebenshaltungskosten, verminderte Daseinsvorsorge (Bildung, Soziales, Kultur, Gesundheit), Verunsicherungen über die zukünftige Entwicklung (nicht zuletzt Frieden und Umwelt) bestimmen aktuell den nicht menschenwürdigen Alltag. Auf diesem Boden gedeihen Legenden, Ablenkungen, Lügen und Vorurteile.

Dem ist kein Glauben zu schenken oder gar Nachgiebigkeit angemessen.

Dagegen helfen lediglich Aufklärung, Rationalität, Kritik, Widerstand und gemeinsames Entdecken, Denken und Handeln für Frieden, soziale Gerechtigkeit und eine solidarische Entwicklung von Gesellschaft, Gemeinschaft und Persönlichkeit. In allen Bereichen. Zu jeder Zeit. Von Allen.

So läßt sich die Sinnfrage zunehmend heiter und wirkungsvoll beantworten – als aktive Entfaltung der leidenschaftlichen Vernunft.

Man sollte den ironischen Dichter beim Wort nehmen und das Gegenteil der vermeintlichen Aufforderung praktizieren:

„Vertrauet eurem Magistrat,
Der fromm und liebend schützt den Staat
Durch huldreich hochwohlweises Walten;
Euch ziemt es, stets das Maul zu halten.“

Heinrich Heine, s.o.

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